Zirmgrat-Runde

Wandern: Zirmgrat-Runde

Die 12,8 km lange Zirmgrat-Runde hat einen mittleren Anspruch und lässt die Herzen von Wanderfreunden dank zahlreicher Highlights höher schlagen. Die Wandertour führt vom malerischen Weißensee zu Deutschlands höchstgelegener Burgruine auf dem Falkenstein und zum geheimnisvollen Alatsee. Unterwegs warten auf die Wanderer herrliche Landschaftsimpressionen und unvergessliche Ausblicke über das weite Voralpenland.

Für die Zirmgrat-Runde, einen echten Weißenseer Tourenklassiker, sollte man ungefähr viereinhalb Stunden einplanen. Man braucht für die Wanderung knöchelumschließende Wanderschuhe mit guter Profilsohle und falls vorhanden, sind auch Wanderstöcke empfehlenswert. Nach Regentagen sollte man die Tour meiden, da die Wurzelwege und Pfade dann sehr rutschig sein können. Start- und Zielpunkt der Wandertour ist das Freibad im ländlich geprägten Füssener Ortsteil Weißensee. Von der A7 kommend erreicht man dieses, wenn man die Ausfahrt Füssen nimmt und über die B310 nach Weißensee fährt. Auch die Bundesstraßen B16 und B17 führen nach Füssen, von dort aus folgt man einfach der Wegbeschreibung Pfronten/ Weißensee. Wer lieber mit dem Bus anreist, nimmt vom Busbahnhof Füssen aus die Buslinie 71 bis zur Haltestelle Weißensee / See. Da es entlang des waldreichen Zirmgrats immer wieder weite Schattenstrecken gibt, kann man diese Wanderung auch an wärmeren Sommertagen gut unternehmen.

Vom Freibad Weißensee aus wandert man bei der Zirmgrat-Runde zunächst entgegen dem Uhrzeigersinn auf dem Weißensee-Rundweg bis zur Abzweigung, die in Richtung Pfronten führt. Der Weißensee, der seine Form den letzten Eiszeiten und dem Lechgletscher verdankt, begeistert Naturliebhaber mit seinem türkis-grünen Wasser und vielen malerischen Plätzchen am Ufer. Auf einem Fahrrad- und Fußweg marschiert man entlang der B310 bis nach Roßmoos, wo man am südwestlichen Ortsrand auf einen Wiesenweg trifft, der nach links abzweigt und zur Fahrstraße führt, auf der es zum Falkenstein hinauf geht. Auf diesem 1268 Meter hohen Berg liegt die Burgruine Falkenstein, die höchstgelegene Burgruine Deutschlands. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen und exponierten Lage ist diese hochmittelalterliche Burgruine eine attraktive Sehenswürdigkeit, die man sich bei einem Allgäu Urlaub nicht entgehen lassen sollte. Die Burg wurde während des Dreißigjährigen Krieges von der Tiroler Landesregierung zerstört, um zu verhindern, dass sie dem vorrückenden schwedisch-protestantischen Heer in die Hände fiel. Da dieses letztlich nie in die Region kam, war diese Zerstörung aber so gesehen sinnlos gewesen. Im Jahre 1883 erwarb König Ludwig II. die Ruine, um an ihrer Stelle ein Prachtschloss im Stil Neuschwansteins zu errichten. Lediglich sein plötzlicher Tod 1886 verhinderte dieses Vorhaben. Von einer hölzernen Aussichtsplattform im Inneren der Burg ergibt sich ein Traumausblick auf das Tiroler Vilstal und die Tannheimer Alpen.

Etwa 50 Meter unterhalb der Burgruine Falkenstein befindet sich ein Burghotel, von dem aus man zur Mariengrotte hinabsteigt. Von hier aus gelangt man zurück zur Fahrstraße, deren Verlauf man bis zur Abzweigung Zirmgrat / Saloberalm folgt. Der waldreiche Zirmgrat bietet immer wieder Schattenstrecken und ermöglicht tolle Ausblicke in das malerische Alpenvorland mit seinen zahlreichen Bergen und Seen. Nach dem Abstieg vom Zirmgrat trifft man auf eine Weggabelung, an der es rechts zur Salober Alm geht. Man kann aber auch einen kleinen Umweg machen und leicht links am Zaun entlang in ein kleines Waldstück gehen. Nach circa 10 Minuten gelangt man dann zu einem Aussichtspunkt, von dem aus sich ein herrlicher Blick über den Weißensee bietet. Der weitere Wegverlauf bringt einem wieder auf den Pfad, der zur Salober Alm führt. Man spaziert hier an im Frühjahr bunt blühenden Bergwiesen vorbei. Besonders schön präsentieren die sich im Mai, wenn sie sich in ein blaues Meer aus wunderschönen Enzianen verwandeln. Auf der gemütlichen Terrasse der Salober Alm sollte man eine Rast einlegen und sich mit einer leckeren bayerischen Brotzeit und erfrischenden Getränken für die weitere Wanderung stärken, während man die herrliche Aussicht genießt.

Von der Salober Alm geht es anschließend auf einem breiten Weg in etwa 40 Minuten hinunter zum geheimnisvollen Alatsee, der als Schauplatz eines Allgäu-Krimis rund um Kommissar Kluftinger überregionale Bekanntheit erlangte. Um den eigentlich wunderschönen Gebirgssee ranken sich viele Mythen und Sagen. Er wird auch „blutender See“ genannt, da sein Wasser bei besonderen Lichtverhältnissen rötlich schimmert, was durch eine seltene Schicht Purpur-Schwefelbakterien in 15 Metern Tiefe herrührt. Angeblich hausen Gespenster am Ufer des Gewässers, die unaufmerksame Wanderer gerne in die Tiefe ziehen. Vorsicht ist also geboten, wenn man am See entlang wandert, um am Parkplatz links abzubiegen und an der Fahrstraße entlang bis zur Abzweigung Weißensee zu gehen. Nach etwa 50 Metern biegt hier rechts ein Waldpfad ab, der einen hinunter zurück zum Weißensee bringt.

Die reizvolle Zirmgrat-Runde vereint herrliche Naturimpressionen, unvergessliche Ausblicke über das Voralpenland und die Besichtigung einer attraktiven Sehenswürdigkeit. Sie ist zweifellos einer der schönsten und erlebnisreichsten Wandertouren im Allgäu.

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