Schwansee

Der Schwansee in Schwangau bei Füssen

Der Schwansee liegt, eingebettet in eine traumhafte Landschaft, im Ortsgebiet von Schwangau (bei Füssen) im Allgäu, in unmittelbarer Nähe der weltbekannten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Das malerische Gewässer gehört zum Schwanseepark, dem ehemaligen königlichen Schlosspark von Hohenschwangau. Heute ist der See, zusammen mit dem Park, ein beliebtes Erholungsziel für Einheimische und Touristen.

Der Schwansee ist 650 Meter lang, 270 Meter breit und hat einen Umfang von 1,7 Kilometern. Das abseits von Verkehr und Lärm gelegene Gewässer ist bis zu sieben Meter tief. Die Umgebung des Schwansees mit ihren Mooren, Feuchtwiesen und Kalkmagerrasen sowie vielen seltenen Pflanzenarten gehört zum Schwanseepark, dem ehemaligen Schlosspark Hohenschwangau, der im Auftrag von König Maximilian II. angelegt wurde. Seit 1956 zählen See und Park zum Landschaftsschutzgebiet „Alpsee, Schwansee und Faulenbacher Tal“. Das Moorwasser des Schwansees ist von äußerst guter Qualität und sehr sauber. An seinen Ufern findet man wunderschöne Liegewiesen, die nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind. In den warmen Monaten ist der Schwansee ein ideales Badeziel. Aufgrund seiner relativ geringen Tiefe erwärmt er sich schnell, sodass sich hier schon im Mai die ersten Badefreunde tummeln. Sehr beliebt ist der See auch bei Naturliebhabern, die hier inmitten einer herrlichen Umgebung traumhafte Ausblicke auf die umliegende Berge und die prächtigen Schlösser genießen können. Durch den Schwanseepark führen zahlreiche tolle Wege, die zum Spazieren gehen und dem Genießen dieser malerischen Landschaft einladen. In der kalten Jahreszeit ist der Schwansee ein angesagter Treffpunkt für Schlittschuhläufern, die hier im Antlitz der Berge und Traumschlösser ihre Kurven drehen. Die Wege an seinen Ufern bieten sich dann für beschauliche Winterspaziergänge an.

Der Schwanseepark

Umsäumt vom Kalvarienberg und dem Schwarzenberg, befindet sich der Schwanseepark direkt unterhalb des romantischen Schloss Hohenschwangau. Der ehemalige königliche Schlosspark ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet für Einheimische und Touristen. Traumhafte Wege führen durch diesen Park, in dem man die verschiedensten Blumen wie Orchideen und Seerosen sowie weitere, teilweise sehr seltene und bedrohte, Pflanzenarten entdecken kann. Im Schwanseepark erwartet einen Naturidylle pur und eine optimale Umgebung, um zur Ruhe zu kommen, die herrliche Landschaft zu genießen oder einfach nur seinen Gedanken nachzuhängen.

Die Geschichte des Schwanseeparks geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Nachdem der damalige Kronprinz Maximilian II. das Schloss Hohenschwangau errichten ließ, um es zukünftig für sich und seine Familie als Sommerresidenz zu nutzen, erwarb er auch die unterhalb des Schlosses gelegene Landschaft. Im Jahre 1837, als Schloss Hohenschwangau gerade fertiggestellt worden war, beauftragte er den Gartenarchitekten Carl August Sckell Pläne für einen Schlosspark unterhalb Hohenschwangaus zu entwerfen. Carl August Sckell, ein Hofgarten-Intendant aus München der hauptsächlich für die Park- und Gartenanlagen des Schloss Nymphenburg verantwortlich war, starb kurze Zeit später, sodass der Auftrag an den beliebten Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenne vergeben wurde. Dieser hatte bereits viel Erfahrung im Gestalten von Park- und Gartenanlagen und entwickelte beim Schloss Hohenschwangau einen Schlosspark im Stil eines typisch englischen Landschaftsgartens. Er ließ um die 5000 Bäume und Sträucher pflanzen, ein dichtes Wegenetz anlegen und eine Pferderennbahn und einen Springplatz errichten. Oberhalb des Schwansees entstand für Königin Marie, die Gemahlin von Maximilian II., sogar eine wunderschöne Teeterrasse, auf der sie später häufig Gäste empfing. Heute ist die Terrasse leider nicht mehr zugänglich. Insgesamt bedeckte der fertiggestellte Schwanseepark dann eine Fläche von etwa 60 Hektar.

Wer heute auf den Wegen im Schwanseepark spaziert, die bereits vor über 160 Jahren geplant und angelegt worden sind, wandelt auf königlichen Spuren. Ursprünglich war das Schloss Hohenschwangau ja, wie erwähnt, als königliche Sommerresidenz geplant gewesen. Königin Marie gefielen das Schloss und die tolle Landschaft des Allgäus allerdings so gut, dass die königliche Familie tatsächlich weite Teile des Jahres hier lebte. Der 1845 geborene Sohn des Königspaares, der spätere Märchenkönig Ludwig II., verbrachte große Teile seiner Kindheit und Jugend auf Schloss Hohenschwangau und er liebte es im Schwanseepark zu spazieren und die Natur zu entdecken.

Nach dem Tode von Maximilian II. und seinem Sohn Ludwig II. verlor der Schwanseepark seine Bedeutung und verkam zusehends. Herzog Albrecht ist es zu verdanken, dass der Park zu alter Schönheit zurückfand und im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufblühte. Der Wittelsbacher verbrachte Ende der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts einige Zeit am Schwansee, um zu angeln, als er bemerkte, dass seine Lieblingsblumen, die Enziane, auf den angrenzenden Wiesen nicht vorhanden waren. Um dies zu ändern, sorgte er dafür, dass ein Düngeverbot für den Park durchgesetzt wurde. In Verbindung mit einigen anderen Maßnahmen, die zum Ziel hatten, dem Schwanseepark wieder zu alter Schönheit zu verhelfen, gelang es, dass sich im Laufe der Zeit wieder viele seltene Pflanzenarten auf den Parkwiesen ansiedelten. Aufmerksame Beobachter können bis zu 60 teilweise sehr seltene Pflanzenarten im Schwanseepark entdecken.

Seit 1923 ist der Schwanseepark im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds und heute gilt er als Natur- und Kulturdenkmal von einzigartiger Schönheit. Im Schwanseepark und dem angrenzenden Alpseekessel gibt es an die 60 Kilometer bester Wanderwege, auf teilweise bis zu sieben Höhenlagen. Die traumhafte Aussicht auf die umliegenden Berge und die Traumschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein sowie die landschaftliche Schönheit hier, machen dabei jeden Spaziergang am Schwansee zu einem echten Genuss für alle Sinne. Der Rundweg direkt am Schwansee entlang, hat übrigens eine Länge von 2 Kilometern und kann von Jung und Alt leicht bewältigt werden. Eine beliebte Wandertour vom See aus führt auf den Kalvarienberg und dann weiter zum Lechfall in Füssen. Nur 400 Meter vom Schwansee entfernt liegt der ebenfalls wunderschöne Alpsee, der als Lieblingsbadesee von König Ludwig II. galt und an dessen Ufer man heute das Museum der Bayerischen Könige findet. Der Alpsee zählt zu den saubersten Seen in ganz Deutschland und ist, genauso wie der Schwansee, ein beliebtes Badeziel. Der an der österreichischen Grenze, direkt bei den Königsschlössern und am Fuße des Berges Säuling, gelegene Alpsee ist auch sehr gut für eine schöne Bootsfahrt geeignet. Ein Verleih am Ufer bietet Tret- oder Ruderboote zum Ausleihen an.

Rund um den Schwansee in Schwangau zeigt sich das Allgäu wahrlich von einer königlichen und zauberhaften Seite. Der märchenhaft gelegene See und der Schwanseepark verzücken durch ihre landschaftliche Schönheit und unvergessliche Aussichten. Wer nach Schwangau kommt, um die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau zu besichtigen, sollte unbedingt auch einen Ausflug zum Schwansee einplanen.

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