Sakralbauten

Sakralbauten rund um Füssen im Allgäu

In und um Füssen im Allgäu findet man zahlreiche sehenswerte sakrale Bauwerke, wie historische Kirchen, Klöster und kleine Kapellen. Manche Sakralbauten rund um Füssen, wie die Colomanskirche oder die Wieskirche, gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bayerns. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige sakrale Bauwerke, die man gesehen haben sollte, näher vor.

Sakralbauten in der romantischen Füssener Altstadt

In den engen, verwinkelten Gassen der Füssener Altstadt entdeckt man viele historische Bauwerke, die von der langen Geschichte der Stadt zeugen. Der wohl beeindruckendste Sakralbau hier, der das Stadtbild Füssens wesentlich mitprägt, ist das barocke, ehemalige Benedektinerkloster St. Mang, das direkt am Hochufer des Lechs steht. Das Kloster wurde im 9. Jahrhundert als Eigenkloster der Augsburger Bischöfe errichtet. Seine Geschichte reicht jedoch bis ins 8. Jahrhundert zurück, als der heilige Magnus – der Füssener Stadtpatron – an der Stelle des späteren Klosters eine Mönchszelle gründete. Anfang des 18. Jahrhunderts baute der Architekt Johann Jakob Herkomer die ursprünglich unregelmäßig gewachsene Klosteranlage zu einem symmetrisch angeordneten, mächtigen Barockbauwerk um. Der Bauherr, der Abt Gerhard Oberleitner, wollte mit dem neu errichteten Sakralbau den Neid aller Kunstfreude erwecken und die Bedeutung des Benedektinerordens als geistiger Mittelpunkt und Herrschafts- und Wirtschaftszentrum der Region unterstreichen.

Der Glanzpunkt der Klosteranlage von St. Mang ist der prächtig stuckierte und freskierte Festsaal, der auch Kaisersaal genannt wird. Vor allem er sollte die herrschaftliche Größe der Abtei demonstrieren. Der Architekt Carlo Andrea Maini gestaltete diesen rechteckigen Prunksaal, während die beeindruckenden Deckenfresken, welche die Polarität von Kirche und Welt darstellen, vom späteren Kemptener Hofmaler Franz Georg Hermann stammen. Im wunderschönen Ambiente des Kaisersaals finden heute oft Hochzeiten statt und jedes Jahr zwischen Juni und September werden hier die traditionellen Kaisersaal-Konzerte veranstaltet. Beeindruckend ist außerdem die Klosterbibliothek. Dieser Raum ist oval und hat eine hohe Überkupplung sowie eine große ovale Öffnung in der Mitte, durch die man in das Refektorium, den Speisesaal der Mönche, blicken kann. Auf diese Weise sollte architektonisch die Einheit von geistiger und körperlicher Nahrung versinnbildlicht werden. Die Räumlichkeiten des Klosters beherbergen heute das Museum der Stadt Füssen. Dieses stellt hier unter anderem eine wertvolle, historische Sammlung an Lauten und Geigen aus. Immerhin galt Füssen früher als europäische Wiege im Lauten- und Geigenbau. Ein weiteres Highlight des Museums befindet sich in der Annakapelle des Klosters St. Mang. Dort kann man den 1602 von Jakob Hiebeler geschaffenen, ältesten bayerischen Totentanz bestaunen.

Ein wunderschöner Sakralbau ist die zum Kloster gehörende Barockbasilika St. Mang, die sich vor allem durch ihr Wandpfeilerschema und die halbrunden römischen Thermenfenster auszeichnet. Die Fresken an den Decken und Wänden zeigen Motive aus der Magnuslegende. Der beeindruckende Figurenschmuck am Hochaltar und an der Kanzel sowie in der Magnuskapelle stammt von Anton Sturm, der auch an der Gestaltung der weltbekannten Wieskirche mitgearbeitet hat. In der romanischen Ostkrypta findet man die älteste erhaltene Freskomalerei Bayerns, die im Jahre 980 entstand. Die Barockbasilika St. Mang lässt sich täglich kostenfrei besichtigen. Die Pfarrgemeinde St. Mang freut sich allerdings über Spenden zum Erhalt der Kirche.

Direkt an der Lechbrücke, am Stadtrand von Füssen, befindet sich die Heilig-Geist-Spitalkirche, welche schon von Weitem durch ihre farbenprächtig freskierte Rokokofassade beeindruckt. Das Gotteshaus wurde zwischen 1748 und 1749 anstelle einer zuvor abgebrannten gotischen Kirche errichtet. Die Innenausstattung und -gestaltung nimmt immer wieder Bezug auf den Kirchenpatron, den Heiligen Geist. Die hübschen, barocken Fresken- und Altarmalereien zeigen des Weiteren unter anderem den heiligen Johannes Nepomuk, den Schutzpatron der Flößer. Auch diese Kirche lässt sich täglich kostenfrei besichtigen. Die Pfarrgemeinde St. Mang ist allerdings für Spenden dankbar.

Ein Gang auf den Sebastiansfriedhof in Füssen ist ebenfalls lohnenswert. Von ihm aus hat man einen schönen Blick auf den noch erhaltenen Abschnitt der Füssener Stadtmauer. Die in die Außenmauer der Kirche St. Sebastian eingelassenen Epitaphen und Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert sowie das Grab von Domenico Quaglio, dem Baumeister von Schloss Hohenschwangau, sind auch sehenswert.

Herrliche Ausblicke auf die Füssener Altstadt bekommt man vom Franziskanerplatz aus, der zum 1628 gegründeten Füssener Franziskanerkloster gehört. Dieses Kloster beherbergt noch heute einen Franziskanerkonvent, der die zum Kloster gehörende Kirche St. Stephan betreut. Schreitet man um den Chor dieser Kirche herum, gelangt man zum offiziellen Endpunkt der berühmten „Romantischen Straße“. In der Reichenstraße in Füssen findet man außerdem noch die Kirche St. Nikolaus, die 1718 vollendet worden ist und allen voran aufgrund ihres prächtigen Hochaltars, der von Domenicus Zimmermann stammt, sehenswert ist.

St. Colomankirche in Schwangau

Eine Wallfahrtskirche aus den ersten Jahrzehnten des bayerischen Barocks findet man auf freiem Feld bei Schwangau. Hier steht, vor dem imposanten Panorama der Schwangauer Berge mitsamt der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, die St. Colomanskirche. Sie wurde zu Ehren des heiligen Coloman errichtet, einem irischen Pilger, der im Jahre 1012 an der Stelle der heutigen Kirche, eine Rast bei seiner Reise ins heilige Land einlegte. Ihre stilrein erhaltene Einrichtung und kunstvollen Verzierungen machen neben ihrer besonderen Lage den Reiz dieser Kirche aus. Besonders sehenswert ist die reiche Stuckdekoration, welche die Wände und die Decken des Gotteshauses verziert. Auch der mächtige Hochaltar ist beeindruckend. In der Monstranz auf dem rechten Seitenaltar befindet sich eine Reliquie des heiligen Coloman. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Oktober findet das Colomansfest statt, bei dem hunderte Reiter in Trachten auf prächtig geschmückten Pferden von Schwangau aus zur Colomanskirche ziehen. Dort wird ein Gottesdienst veranstaltet und anschließend werden Ross und Reiter gesegnet. Danach feiern Einheimische und Touristen dieses traditionelle Brauchtumsfest.

Die Wieskirche in Steingaden

Nicht weit von Füssen entfernt, in Steingaden im sogenannten Pfaffenwinkel, steht ein Rokoko-Juwel und ein UNESCO-Weltkulturerbe von einzigartiger Schönheit: Die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. Kurz: Die Wieskirche. Architektonisch sowie von der Inneneinrichtung und -gestaltung her ist dieses Gotteshaus, das jährlich von weit über einer Millionen Menschen besucht wird und zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Bayerns zählt, äußerst beeindruckend. Hier findet man einen künstlerischen Reichtum, der seinesgleichen sucht. Das wunderschöne Altarbild und die abgeflachte Kuppeldecke sind nur zwei Highlights dieses sakralen Gesamtkunstwerks, das zwischen 1745 und 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann erbaut wurde.

Die sakralen Bauwerke in und um Füssen werden geschichtlich, künstlerisch und kulturell interessierte Menschen sowie Gläubige begeistern. Sie spiegeln den weit verbreiteten Glauben im Allgäu wider und faszinieren durch ihre imposante Architektur und künstlerische Gestaltung.

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