Ländeweg am Lech

Ländeweg in Füssen im Allgäu

Der Ländeweg in Füssen im Allgäu führt vom idyllischen Faulenbacher Tal über die deutsch-österreichische Grenze in das Tiroler Vilstal. Bei einem gemütlichen Spaziergang auf dem Ländeweg erwarten einen wunderschöne Naturimpressionen und herrliche Ausblicke auf den Fluss Lech und die umliegende Bergwelt des Allgäus.

Der Ländeweg in Füssen, der sich nicht nur für gemütliche Wanderungen sondern auch zum Nordic-Walking gut eignet, ist ein kleiner Geheimtipp. Fernab der Touristenmassen, die zu den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau strömen, kann man auf dem Ländeweg die schöne Natur des Allgäus ganz in Ruhe genießen. Man findet den Ländeweg am Füssener Lechfall, im Faulenbacher Tal. Das Faulenbacher Tal zeichnet sich durch seine Idylle und landschaftliche Schönheit aus. Hier, wo sich sechs malerische Seen wie Perlen an einer Schnur aneinanderreihen, kann man in Ruhe seine Gedanken schweifen lassen und die Stille der Natur in sich aufnehmen. Das überwiegend autofreie Faulenbacher Tal ist so etwas wie der natürliche Kurpark der Stadt Füssen. Man bezeichnet das Faulenbacher Tal auch gerne als Tal der Sinne. Am oberen Talende liegt der Lechfall, der ein beeindruckendes Naturschauspiel darstellt. Die tosenden Wassermassen des Lechs stürzen sich hier über ein, in ganzer breiter überströmtes, Stauwehr bis zu 12 Meter in die Tiefe, bevor sie in die Lechschlucht fließen, die vor circa 12000 Jahren am Ende der Würmeiszeit durch die Schmelzwasser des Lechgletschers gebildet wurde. Dieses imposante Naturspektakel kann man sehr gut vom König-Max-Steg aus verfolgen, der über den Wasserfall führt und im Jahre 1895 zu Ehren von König Maximilian II. angelegt wurde. Von dem Monarchen findet man hier in einer Nische über der Schlucht auch eine Büste. In der Inschrift darunter drückt die Stadt Füssen ihren Dank ihm gegenüber aus. Hintergrund ist der, dass nachdem Maximilian II. im Jahre 1833 das Schloss Hohenschwangau errichten ließ, ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung in der Region begann. Sehenswert am Lechfall ist auch der sogenannte Magnustritt, bei dem es sich um eine versteinerte Muschel handelt, die Ähnlichkeit mit einem Fußabdruck hat. Laut einer Legende sprang der heilige Magnus, der Füssener Stadtpatron, an der Stelle, wo die Muschel liegt, bei der Flucht vor seinen heidnischen Gegnern über den Fluss und hinterließ diesen Fußabdruck.

Wenn man auf dem Ländeweg in Füssen spaziert erwarten einen schöne Ausblicke auf den Lech, den Lechfall und die Allgäuer Bergwelt. Ungefähr drei Minuten Gehzeit vor der österreichischen Landesgrenze liegt oberhalb des Ländewegs eine Höhle, in der Funde aus der Steinzeit gemacht worden sind. Bald darauf trifft man auf die Stelle, an welcher der „Schmugglerweg“ abzweigt und hoch zum Schwärzerweg verläuft. Hier, zwischen dem deutschen Faulenbacher Tal und dem österreichischen Vilstal, gibt es zahlreiche verschlungene Pfade, auf denen früher, als die Grenzen noch geschlossen waren, allerlei Produkte wie Tabak oder Parfüm geschmuggelt worden sind. Mit randvoll beladenen Rücksäcken eilten die Schmuggler über diese versteckten Wege, immer von der Angst begleitet, von wachsamen Zöllnern erwischt zu werden. Auch am Rand des Ländewegs entdeckt man ein Grenzhäuschen, das heute – nachdem die Grenzen durch die EU offen sind – natürlich nicht mehr bemannt ist. Immer wieder bekommt man bei einem Spaziergang auf dem Ländeweg die Möglichkeit tolle Aussichten auf die hier noch ungezähmten Fluten des Lechs zu genießen. Es dauert ungefähr eine Stunde, bis man vom Faulenbacher Tal im österreichischen Vils angekommen ist. Wer Lust hat kann hier die Burgruine Vilsegg besichtigen, die ungefähr 60 Meter über dem Vilstal auf einem hohen Hügel am Rande der Saloberalpe liegt. Von der Burg, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, ist noch der mächtige Bergfried erhalten geblieben.  Nicht weit von der Burg Vilsegg entfernt, befindet sich die Burgruine Falkenstein, die einst von König Ludwig II. mit der Absicht gekauft wurde, sie zu einem prächtigen Schloss im Stil Neuschwansteins umzubauen. Sein plötzlicher Tod im Jahre 1886 verhinderte dieses Vorhaben allerdings.

Man kann von der Burg Vilsegg natürlich einfach über den Ländeweg zurück ins Faulenbacher Tal gelangen. Alternativ empfiehlt sich eine Tour auf die Saloberalpe und von dort hinunter zum Alatsee, der den oberen Abschluss des Faulenbacher Tals bildet. Die Saloberalpe ist ein wunderschöner Aussichtsberg auf dem sich die urige Berghütte Salober-Alm befindet. Dort kann man rasten und sich mit leckeren Allgäuer Köstlichkeiten und Brotzeiten stärken, bevor man über eine breite Forststraße hinunter zum Alatsee wandert. Dieser schöne Gebirgssee wird von einer geheimnisvollen Aura umgeben, denn aufgrund einer seltenen Schicht Purpur-Schwefelbakterien in 15 Metern Tiefe schimmert sein Wasser bei besonderen Lichtverhältnissen rötlich. Er wird daher auch „blutender See“ genannt und es ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen um ihn.

Eine grenzüberschreitende Wanderung auf dem Ländeweg in Füssen hält zahlreiche interessante Landschaftsimpressionen und herrliche Ausblicke auf den Lech und die Bergwelt bereit. Entlang alter Schmugglerpfade und fernab von Touristenmassen lassen sich auf dem Ländeweg tolle Eindrücke sammeln.

<< Hochplatte in Buching | Der Branderschrofen nahe Füssen im Allgäu >>

Mit Freunden teilen

Verlinke diese Seite auf deine Seite!
Copyright © 2017, www.hotelfantasia.de