St. Mang Kirche

Kunst-Schauplätze in Füssen im Allgäu

An den Kunst-Schauplätzen und in den Galerien rund um Füssen im Allgäu kommen Kunst- und Kulturinteressierte voll auf ihre Kosten. Auf sie warten hier barocke Prachträume, der älteste Totentanz Bayerns, historische Geigen, die bayerische Staatsgemäldesammlung oder kostbare Original-Exponate aus der Zeit des Märchenkönigs Ludwig II.

Kloster St. Mang und Museum der Stadt Füssen

Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Besuch im Museum der Stadt Füssen, das sich innerhalb der prachtvollen Barockanlage des ehemaligen Benedektinerklosters St. Mang befindet. Der Architekt Johann Jakob Herkomer schuf im 18. Jahrhundert aus der ursprünglich asymmetrisch angeordneten, mittelalterlichen Klosteranlage ein imposantes und mächtiges Barockkloster, mit dem der Benedektinerorden den „Neid aller Kunstfreunde erwecken“ und seine herausragende Stellung als Mittelpunkt des geistigen Lebens in Füssen und der gesamten Region demonstrieren wollte. Ein Besuch im Kloster entführt einen in die prunkvolle und farbenprächtige Welt des bayerischen Barock. Besonders beeindruckend im Kloster St. Mang ist der reich stuckierte und freskierte Kaisersaal, dessen großartige Deckenbilder die Polarität von Kirche und Welt zeigen und der die herrschaftliche Größe der Benedektiner-Abtei vorweisen sollte. Im Kaisersaal, der auch Fürstensaal genannt wird, finden heutzutage des Öfteren romantische Trauungen statt und jedes Jahr zwischen Juni und September werden hier die traditionellen Kaisersaal-Konzerte veranstaltet. Neben dem Colloquium und dem Kapitelsaal ist auch die Klosterbibliothek sehr sehenswert. Dieser außergewöhnliche Ovalbau besitzt ein hohes Kuppeldach und hat eine große Öffnung in der Mitte, von aus man in das Refektorium, den Speisesaal der Mönche, hinunterblicken kann. Architektonisch sollte so die Einheit von körperlicher und geistiger Nahrung veranschaulicht werden.

Das Museum der Stadt Füssen bietet innerhalb dieser barocken Pracht einige sehr interessante Ausstellungen. Ein Highlight ist die wertvolle, historische Sammlung an Lauten und Geigen, die man hier besichtigen kann. Füssen galt im Mittelalter als Wiege des europäischen Lautenbaus und 1562 wurde die erste Lautenmacherzunft Europas in der Stadt am Lech gegründet. Die Hölzer der Bergwälder rund um Füssen waren ideale Rohstoffe für den Musikinstrumentenbau und des Weiteren trug die zentrale Lage Füssens an der wichtigen ehemaligen Römerstraße Via Claudia Augusta dazu bei, dass der Allgäuer Ort eine so wichtige Rolle in Sachen Lauten- und Geigenbau spielte. Ein weiteres Highlight des Museums ist der älteste, bayerische Totentanz aus dem Jahre 1602, der in der Annakapelle des Klosters zu sehen ist. Er zählt zu den wichtigsten Monumental-Totentänzen Europas und drückt die Ambivalenz zwischen Lebenslust und Todesangst aus. Das Füssener Museum zeigt außerdem eine sehr interessante Computer-Animation zum Schlossbauprojekt „Falkenstein“. König Ludwig II. hatte die Ruine der Burg Falkenstein einige Jahre vor seinem Tod erworben, um sie zu einem Prachtschloss im Stil von Neuschwanstein umbauen zu lassen. Die Pläne dazu waren bereits weit fortgeschritten, als der Monarch starb und somit die Realisierung verhindert wurde. Das Museum zeigt, wie ein Prachtschloss Falkenstein hätte aussehen können. Des Weiteren erfährt man hier im Museum viel Wissenswertes über die ereignisreiche Stadtgeschichte Füssens.

Das Hohe Schloss mit der Staatsgalerie und der Städtischen Gemäldegalerie

Hoch über der Füssener Altstadt thront das Hohe Schloss, das einst die Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe war und zu den wichtigsten Profanbauten der deutschen Spätgotik gehört. Schon von außen faszinieren die einmaligen Illusionsmalereien an den Fassaden des Schlosses. Neben den Türmen sind auch die Räumlichkeiten des Bauwerks höchst sehenswert. Prunkstück der Anlage ist der imposante Rittersaal, der über eine kunstvoll geschnitzte Kassettendecke verfügt. Die Reliefs der Gottesmutter und einiger Heiliger sowie zahlreiche seltene Glasgemälde fallen hier ebenfalls schnell ins Auge. Inmitten dieses prachtvollen Ambientes befindet sich die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die hier spätgotische Tafelbilder, Allgäuer Skulpturen und zahlreiche Gemälde ausstellt. Sie bietet einen guten Überblick über die Kunst und Kultur des Allgäus während des 15. und 16. Jahrhunderts. Sehenswert sind das große Gemälde „Salvatore Mundi“ sowie das Stifterbild des Füssener Abtes Hieronymus Alber, welches das spätmittelalterliche Füssen zeigt. Die dunkle Seite des Mittelalters bekommt man auf Gemälden zu sehen, welche die Pest und den Krieg darstellen.

Ebenfalls im Hohen Schloss untergebracht ist die Städtische Gemäldegalerie, die hauptsächlich Kunstwerke von Allgäuer Malern aus dem 19. Jahrhundert zeigt. Unter anderem kann man hier die Gemälde von Franz Graf von Pocci, einem Münchner Spätromantiker der am Hof von Maximilian II. und Ludwig II. arbeitete, besichtigen. Ein weiterer Raum zeigt Bilder der „Münchner Malerschule“. Das Gemälde „Die Wache“ von Carl Spitzweg und die Landschaftsporträts von Adolf Lier und Joseph Wenglein gehören zu den Highlights hier. Ein weiteres Kunstwerk der Städtischen Gemäldegalerie, das man gesehen haben sollte, ist das Monumentalgemälde „Prozession in Leukerbad“ von Oskar Freiwirth-Lützow.

Museum der Bayerischen Könige Schwangau

Einen einzigartigen Ausflug in die Geschichte der Wittelsbacher Dynastie und ihrer bayerischen Könige, bietet das Ende 2011 entstandene Museum der Bayerischen Könige, das sich in unmittelbarer Nähe der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau am Ufer des Alpsees befindet. Innerhalb eines luxuriösen Ambientes können sich die Besucher hier auf modernste Museums-Technik, interessante Ausstellungen und wertvolle Original-Exponate freuen. Der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt auf den Königsschlössern und dem Märchenkönig Ludwig II., aber auch über andere bayerische Herrscher aus dem Hause Wittelsbach erfährt man viel. Zu den Highlights des Museums gehört ein begehbarer Stammbaum, der die Familienmitglieder der Wittelsbacher vom 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit näher vorstellt. Interessante Original-Exponate sind unter anderem ein Mantel König Ludwigs, seine Spielzeugfiguren und ein 328-teiliges Tafelservice des letzten bayerischen Königspaares. Während die Besichtigungen der Königsschlösser zeitlich begrenzt sind, kann man sich im Museum der Bayerischen Könige solange aufhalten wie man möchte und tief in die Geschichte der Wittelsbacher eintauchen. Zwischendurch ermöglicht ein riesiges Panoramafenster traumhafte Ausblicke über die Schwangauer Berge und die Schlösser. Für das leibliche Wohl sorgen ein gemütliches Café und ein Restaurant. Wer für sich selbst oder die Daheimgebliebenen ein schönes Andenken rund um die Schlösser und den Märchenkönig sucht, wird im Museumsshop garantiert fündig. Das Museum der Bayerischen Könige gehört zu den schönsten und modernsten Museen Deutschlands und ist ein echtes Highlight für König Ludwig Fans sowie für geschichtlich und kulturell interessierte Menschen.

Kunst- und Kulturliebhaber werden von den Kunst-Schauplätzen und Galerien rund um Füssen begeistert sein. Hier kann man viel über die Geschichte und Kultur der Stadt Füssen erfahren und bekommt jede Menge für die Augen und den Geist geboten.

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