Burgruine Falkenstein

Die Burgruine Falkenstein

Die Burgruine Falkenstein bei Pfronten ist eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten rund um Füssen. Sie liegt auf dem gleichnamigen 1268 Meter hohen Berg Falkenstein und ist damit die höchstgelegene Burgruine Deutschlands. Aufgrund ihrer bemerkenswerten Lage gilt sie in der Burgenforschung als beeindruckendes Macht- und Herrschaftssymbol. Heutzutage ist die frei zugängliche Burgruine vor allem aufgrund der traumhaften Ausblicke auf das Voralpenland, die man von ihr aus hat, sehr beliebt.

Ein Ausflug zur Burgruine Falkenstein ist bei einem Urlaub in Füssen sehr zu empfehlen. Bereits Märchenkönig Ludwig II. fand sie aufgrund ihrer besonderen Lage auf dem steilen Felsberg Falkenstein derartig beeindruckend, dass er sie kurzerhand aufkaufte, um sie zu einem Prachtschloss in der Art von Neuschwanstein umbauen zu lassen. Lediglich sein Tod verhinderte dieses Vorhaben. Die Geschichte der Burg Falkenstein geht zurück bis ins Mittelalter. Um das Jahr 1280 herum wurde sie im Auftrag des Tiroler Grafen Meinhard II. errichtet, der Ansprüche auf das Erbe der Staufer im Ostallgäu erhob. Die Burg, die früher als „castrum Pfronten“ bekannt war, stand am Rand seines Herrschaftsgebietes und war eine deutliche Drohgebärde gegenüber seinen Konkurrenten, den Herzögen von Bayern. Da die Burg aber aufgrund ihrer Lage letztlich wenig von Nutzen war, dafür aber sehr viel Geld im Unterhalt kostete, gab Graf Meinhard sie im Jahre 1290 an den Augsburger Bischof Wolfhard ab, der auf ihr seine Vogtei einrichtete. Bis zum Jahr 1582 diente die Burg Falkenstein den Augsburger Vögten und Pflegern als Sitz. Als die Vogtei dann ihren Sitz ins Tal verlegte, verfiel die Burg zusehends. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde sie auf Befehl der Tiroler Landesregierung geräumt und in Brand gesetzt, um der Gefahr zu entgehen, dass sie dem anrückenden schwedischen Heer intakt in die Hände fiel. Ihr widerfuhr damit dasselbe Schicksal wie den ebenfalls sehr sehenswerten Nachbarburgen Hohenfreyberg und Eisenberg. Letztlich erwies sich die Zerstörung aber als sinnlos, da das schwedisch-protestantische Heer die Route änderte und gar nicht in die Gegend kam. Im Jahr 1803 gelangte der Hochstift Augsburg und damit auch die Burgruine in den Besitz des Königsreichs Bayern, das die Burg wenig später an die Stadt Pfronten abgab.

Im Jahre 1883 schließlich kaufte König Ludwig II. die Burgruine Falkenstein und erteilte dem Bühnenbildner Christian Jank den Auftrag, Planungen für ein Prachtschloss im Stil Neuschwansteins zu erstellen. Jank hatte für das Schloss Neuschwanstein ebenfalls die Entwürfe erstellt. Jank plante ein phantastisches Schloss, das sich aber architektonisch auf dem schmalen Falkenstein nicht realisieren ließ. Im Jahre 1884 fertigte der deutsche Architekt Georg von Dollmann einen weiteren Entwurf an. Aufgrund der inzwischen hohen Schuldenlast des Märchenkönigs, handelte es sich bei Dollmanns Entwurf lediglich um eine bescheidene, kleine gotische Burg. König Ludwig II. war damit aber überhaupt nicht einverstanden und er kündigte den Vertrag mit von Dollmann auf. Schließlich erstellte der Regensburger Architekt Max Schultze einen Entwurf, der sowohl architektonisch realisierbar war als auch die Zustimmung Ludwigs fand. Ein Jahr später ließ Schultze einen Burgpfad und eine Wasserleitung verlegen. Weiter schritten die Bauarbeiten aber nicht voran, da der Märchenkönig im Jahre 1886 am Starnberger See starb. Wie ein Prachtschloss Falkenstein hätte aussehen sollen, zeigt übrigens das Museum der Stadt Füssen eindrucksvoll anhand einer Computer-Animation.

Die Burganlage Falkenstein bestand aus einem Hauptgebäude, von dem noch Ruinen vorhanden sind, und einer Ringmauer, von der heutzutage nur noch wenige Reste sichtbar sind. Die Wirtschaftsgebäude der Burg befanden sich circa 50 Meter tiefer. Die Burg Falkenstein, die gemeinsam mit dem etwa 4 km nördlich gelegenen Burgen Hohenfreyberg und Eisenberg ein spektakuläres Burgenensemble bildet, ist jederzeit frei zugänglich. Über eine gebührenpflichtige Fahrstraße gelangt man bis kurz unter die Burg. Alternativ hat man die Möglichkeit über mehrere attraktive Wanderrouten auf den Falkenstein zu kommen. Von Füssen aus empfiehlt sich die mittelschwere Bergwanderung über die Saloberalm und den Zirmgrat. Vom Parkplatz des geheimnisvollen Alatsees aus, bringt einen ein ansteigender Schotterweg in etwa 45 Minuten zu der urigen, bewirteten Saloberalm. Unterhalb dieser zweigt ein Weg nach rechts ab, der über den Zirmgrat zur Burgruine Falkenstein führt. Unterwegs erwarten einen bei dieser Wanderung immer wieder atemberaubende Ausblicke, zum Beispiel vom Aussichtspunkt Vierseenblick auf den Forggensee, Hopfensee, Weißensee und Bannwaldsee. Von der Burg Falkenstein aus, in deren Innerem bei einer Sanierung vor einigen Jahren eine hölzerne Aussichtsplattform entstand, darf man sich dann ebenfalls auf eine unvergessliche Aussicht freuen: Tief im Tal liegen die Häuser der Stadt Pfronten verschwindend klein unter einem, im Süden erheben sich der Breitenberg und der Aggenstein und im Norden erstreckt sich das weite Voralpenland.

Ein Ausflug zur Burgruine Falkenstein bei Pfronten ist überaus lohnenswert. Die höchstgelegene Burgruine Deutschlands beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Lage, eine ereignisreiche Geschichte und traumhafte Ausblicke auf die umliegende Landschaft. 

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