Das Hohe Schloss in Füssen

Wenn man in die schöne Stadt Füssen im Allgäu reist, dann kommt man auf keinen Fall umhin, dem Hohen Schloss zu Füssen einen Besuch abzustatten, denn es wäre eine Sünde, dieses kunstvolle und eindrucksvolle Kleinod der spätmittelalterlichen Profanarchitektur außer Acht zu lassen.

Wenn man in die Vergangenheit schaut, dann erblickt man ein römisches Kastell mit dem Namen "Foetibus". Daher entstand übrigens im Laufe der vielen Jahrhunderte der Name der schönen Stadt Füssen, gelegen an dem Lech. Der Verlauf der Baugeschichte des Hohen Schlosses ist recht komplex. Leider ist es auch nicht allzu gut erforscht. Sicher ist, dass gegen Ende des 13. Jahrhunderts der Herzog Ludwig der Strenge mit dem Bau der Burg begann. Er wollte damit seine Machtansprüche stärken. Jener Bau jedoch war nicht rechtens, denn es war bestimmt, dass kein weltlicher Herr den Berg nutzen möge. Darum musste der Herzog nach Intervention des Klosters St. Mang einstellen.

Im Jahre 1322 wurde der Burgberg vom Bischof Friedrich I. erworben, woraufhin der Bau der prächtigen Burg auch vollendet wurde. Das Schloss in seiner heutigen Form war das Werk von Friedrich II. von Hohenzollern. Die Arbeiten am Hohen Schloss wurden in der Zeit von 1486 und 1503 durchgeführt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss stark beschädigt. Danach wurde es im barocken Stil wieder restauriert.

Das Hohe Schloss hatte im Laufe der Jahre mehrere Funktionen. Es diente erst den Herren des Augsburger Klerus als Sommerresidenz. Viel später, im Jahre 1863, funktionierte man den Bau zu einem Bezirksgefängnis um. Heute ist im Südflügel das Finanzamt untergebracht, im Nordflügel erwarten zwei Gemäldegalerien die Kultur- und Kunst-interessierten Besucher. Wenn man den zweiten Stock des Nordflügels besucht, kann man eine wunderbare Kassettendecke aus dem 15. Jahrhundert bewundern sowie wunderschöne farbige Glasfenster aus derselben Zeit.

Wenn man sich dann nach draußen begibt, dann wird man an der Stadtmauer die ältesten Baulichkeiten des Hohen Schlosses besichtigen können. Das sind der Sockel des Storchenturms sowie das Fundament eines viereckigen Turms, der sich unter dem Gefängnisturm befindet. Beide Baulichkeiten gehören zu der 1291 begonnenen Burganlage. Beide Flügel sowie die Ringmauer und die dazugehörigen Türme wurden im 14. Jahrhundert hinzugefügt.

Wer heute das Hohe Schloss besucht, wird fasziniert sein von den spätgotischen Illusionsmalereien, die an mehreren Stellen des Schlosses zu bestaunen sind. Vor allem im Nordflügel verzieren die Malereien die Wände, die man aufgefrischt hat. Die Wehrhaftigkeit verstärkten die Erbauer mithilfe eines vorgelagerten Zwingers und eines Geschützturms, der später der Gefängnisturm werden sollte. Ebenfalls sorgte ein riesiger Halsgraben zur Westseite hin für zusätzlichen Schutz.

Der Besucher der Altstadt von Füssen, der durch die Fußgängerzone bummelt, hat es nicht weit bis zum Hohen Schloss, denn zu Fuß ist es nur wenige Minuten entfernt. Nach der Schlossbesichtigung sollte man den Besuch mit der Aussicht vom Uhrturm krönen. Dieser wurde erst vor Kurzem renoviert und nun haben die Besucher wieder Zugang. Der Blick vom Turm ist wirklich lohnenswert, denn man kann über die Altstadt von Füssen hinweg weit auf den Forggensee hinaus die wunderschöne Allgäuer Landschaft genießen.

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